Moin!

Herzlich willkommen auf den Seiten der zertifizierten Natur- und LandschaftsführerInnen der AktivRegion Alsterland!

Wir bieten Erwachsenen und Familien interessante und vor allem erholsame Naturerlebnisspaziergänge und zeigen Ihnen schöne Plätze und Schätze im südlichen Schleswig-Holstein, in den Kreisgebieten von Stormarn, Segeberg und Lauenburg.

 

Ob Moor, Wald oder Fluss - ob Libelle, Grünspecht oder Frosch - wir möchten Ihnen mit viel Spaß Wissenswertes über die einheimische Tier- und Pflanzenwelt vermitteln. Dabei können Sie mit allen Sinnen der Schönheit und dem Reichtum unserer Natur begegnen.

Wir freuen uns, wenn wir Ihr Interesse wecken können und somit einen Beitrag zum sanften Tourismus in der Alsterlandregion leisten. Stöbern Sie auf unseren Seiten und setzen sich gerne mit uns in Verbindung. Es gibt viel zu entdecken im Alsterland!

 

Und wer gibt uns eine Stimme?

Raupe am Abgrund?

Herbst. Zeit der einkehrenden Ruhe. Die Blätter fallen, das Insektensummen ist verstummt. Unsere Vögel sind fortgezogen und Standvögel haben momentan keinen Grund, ihren schönen Gesang verlauten zu lassen. Das Jahr neigt sich dem Ende, und der Mensch freut sich auf das Wiedererwachen der Natur in einigen Monaten. Nach den jüngsten Veröffentlichungen dieser Tage ist allerdings vermehrt zu befürchten, dass zukünftig auch der Frühling und der Sommer bei uns schlichtweg "still" ausfallen werden. Das repräsentative Ergebnis der Untersuchungen sagt aus, dass die Biomasse von Insekten in den vergangenen 27 Jahren in Deutschland um mindestens 75 Prozent, mitunter auch um 82 Prozent zurück gegangen ist! Und diese Daten stammen aus vermeintlich ökologisch intakten Naturschutzgebieten. Was für Zahlen erwarten uns, wenn wir die Erhebung auf landwirtschaftlich genutzte Flächen ausweiten und einen Vergleich zwischen heute und den 1970er Jahren, oder früher, wagten?

 

Dem Insektenschwund folgt ein nicht minder schwer wiegender Rückgang unserer Vogelpopulationen: in gerade einmal elf Jahren zwischen 1998 und 2009 sind in Deutschland knapp 13 Millionen Brutpaare verschwunden, zumeist die häufigen Arten. Einen Zusammenhang zwischen der fehlenden Nahrungsgrundlage - den Insekten - und der nicht erfolgreichen Aufzucht des Nachwuchses herzustellen, ist nicht schwierig.

Wintergoldhähnchen

Was manche befürchteten, aber doch auf Einzelfälle hofften, scheint uns nun mit voller Wucht zu erwischen: nicht nur das Bienensterben ist Realität sondern auch die menschengemachte Vernichtung aller weiteren "unscheinbaren" Bestäuber wie z. B. Käfer, Schmetterlinge, Schwebfliegen sowie die Gegenspieler von Pflanzenschädlingen. Die Gegenreaktionen lassen nicht lange auf sich warten: Bauernverband und andere Lobbyisten-Vereinigungen weisen jegliche Verantwortung von sich... das Bedauerliche an dieser Thematik scheint wohl, dass Mensch und politisch Verantwortliche seit zig Jahren wissen, was zu tun wäre - und es dennoch unterlassen. Ob nun ein flächendeckendes Verbot von Glyphosat und Neonikotinoiden, ob die Förderung von strukturreicher Kulturlandschaft oder schlichtweg das Unterlassen, unsere Landschaften mit monotonen Riesenflächen von Energiepflanzen zu verschandeln: was dringend geändert werden müsste, ist längst bekannt!

 

Doch insbesondere wir Verbraucher hätten längst unser Verhalten kritisch hinterfragen müssen: unser stetiger Energiehunger, unser Fleischkonsum, der Drang zu billigsten Lebensmitteln und Konsumgütern in den Discountern, die Freude an viel zu günstigen Flugreisen und Kreuzfahrten... die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und wohin legen wir die Prioritäten? Offensichtlich woanders hin, was der Wahlkampf 2017 in Deutschland eindrucksvoll belegt hat. Die beherrschenden Themen der Parteien: die Flüchtlings"krise", die Bedrohung durch islamistischen Terror, ein wenig soziale Gerechtigkeit, Rente und Pflege. Themen wie die Erhaltung der Biodiversität, ein Umsteuern in der Betrachtung des individuellen Straßenverkehrs oder die Regulierung unserer Intensivlandwirtschaft waren im Wahlkampf quasi nicht existent. Das Wahlergebnis spricht für sich; ein Großteil der Wählerschaft sorgt sich offensichtlich ausschließlich um "Überfremdung".

 

Wenn wir so weitermachen, und die Grundlage für rund zwei Drittel unserer relevanten Nahrungspflanzen gedankenlos zerstören, vielleicht erkennen wir dann - wenn auch zu spät - dass die Dinge doch ein wenig komplexer sind, dass Hunger, Armut, Gewalt und Kriege eben auch einen Ursprung haben. Vielleicht werden dann wir zu Flüchtlingen? Und wohin?

Mit nachdenklichen Grüßen

    Ihre Natur- und LandschaftsführerInnen

"Nur wer ein Auge dafür hat,

sieht etwas Schönes und Gutes

in jedem Wetter; er findet Schnee,

brennende Sonne, Sturm und ruhiges

Wetter schön, hat alle Jahreszeiten gern

und ist im Grunde damit zufrieden,

dass die Dinge so sind, wie sie sind."

(Vincent van Gogh)